Eine „Sternstunde“ im Männerkreis Großenheidorn


Abt zu Loccum Horst Hirschler

Das bekannteste Buch des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig (1891 – 1942) erschien 1927 und hier „Sternstunden der Menschheit“.

Und am 7. März, da haben ca. 35 Männer aus den Gemeinden der Seeprovinz und einige Wunstorfer „Ausländer“ eine „Sternstunde“ der Kirchengemeinde Großenheidorn oder mindestens eine „Sternstunde“ des seit 2003 bestehenden Männerkreises erlebt:

Horst Hirschler, der aus Anlaß des Reformationsjubiläumsjahres eingeladen worden war, war da und hat über 1 ½ Stunden vom „Wirbel um die 95 Thesen“ erzählt.

Hirschler, der von 1988 – 1999 Landesbischof in Hannover, in der größten deutschen Landeskirche, war (Vorgänger in diesem Amt von Margot Käßmann), - außerdem von 1991 – 1997 Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes und zur selben Zeit Mitglied des Rates der EKD. Von 1993 – 1999 war er leitender Bischof der Luth. Kirche Deutschlands (VELKD) und der seit 2000 dem Kloster Loccum als Abt vorsteht, erzählte wirklich spannend und bildhaft und anschaulich aus dem Leben Martin Luthers und von seinen 95 Thesen gegen die „Kraft des Ablasses.“

Luther wußte, daß die Mittel, die durch den Verkauf der Ablaßbriefe eingenommen wurden, zum Bau des Petersdoms in Rom, der größten Kirche der Christenheit, verwendet werden sollten. Daß die Hälfte in die Tasche des Erzbischofs Albrecht von Mainz flossen, der damit seine Schulden bei dem Bankhaus Fugger in Augsburg bezahlen wollte, das hat er nicht einmal gewußt; denn dann hätte er wahrscheinlich noch einige sehr kritische Thesen mehr geschrieben!!

Er erzählte von den großen Schriften Luthers aus dem Jahre 1520: „An den Christlichen Adel deutscher Nation von des Christlichen Standes Besserung“ – „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“.

Und er erzählte so lebendig und so verständlich, daß wirklich niemand eingeschlafen ist und es auch keine Nebengespräche gab, obwohl es in den über 13 Jahren Männerkreis noch nie einen solch` langen Vortrag gegeben hat.

Häufig wurde gelacht, und das konnte ja auch nicht anders sein, wenn ein so kompetenter und humorvoller Referent über den humorvollen Martin Luther erzählt.

Spannend waren noch die Bezüge auf heutige Zeit und auf das heutige ökumenische Gespräch zwischen katholischer und evangelischer Kirche.

Abt Hirschler erzählte zum Beispiel von einem sehr aufschlußreichen Gespräch, daß er als leitender Lutherischer Bischof Deutschlands mit dem damaligen Kardinal Ratzinger, dem Leiter der Glaubenskon-gregation Ende der 90er Jahre in Rom hatte und an dem er Vieles über die heute noch bestehenden Unterschiede zwischen Katholiken und Evangelischen deutlich machen konnte. Darin wurden die bleibenden Unterschiede deutlich.

Für die Katholiken gibt es Vergebung der Sünden und damit das ewige Heil n u r durch Vermittlung eines „geweihten Priesters“; - nur der kann die Messe und das Abendmahl recht feiern.

Für Evangelische ist diese Vermittlung letztlich nicht nötig; denn – wie Luther immer wieder betont – „wir sind alle durch die Taufe Priester!“

Das Verständnis des Abendmahls ist sehr anders: Für die Katholiken werden z.B. Brot und Wein „substantiell“ in Leib und Blut Christi verwandelt, während es bei den Evangelischen mehr auf das Wort und die durch dieses Wort gestiftete Beziehung zwischen Christus und dem einzelnen Christen ankommt.

1996 gab es während eines Deutschland-Besuches des Papstes einen ökumenischen Gottesdienst im Dom zu Paderborn, und Johannes Paul II. und Landesbischof Hirschler predigten...

Es war wirklich eine „Sternstunde“!!

Die Männer, die – wie gewohnt – hinterher noch beim Bier zusammen-saßen, meinten übereinstimmend:

„Ein toller Abend – ein tolles Thema – ein toller Mann als Referent!!“

Zur vielleicht nä#chsten „Sternstunde“ am 5.9.2017 laden wir ein; denn dann kommt Martin Kind in den Männerkreis und berichtet über „Hannover 96 – ein Wirtschaftsunternehmen.“

Der Männerkreis im März 2017


 

 

Ein feste Burg ist unser Gott – Konzert zur Reformation

Am Samstag, den 27. Mai 2017 lädt der Posaunenchor Steinhuder Meer-Großenheidorn und der Martin Luther Bund der Schaumburg-Lippipschen Landeskirche um 17 Uhr zu einem besonderen Konzert zu Ehren des Reformators Martin Luther in die Steinhuder Petruskirche ein.

Die Musik „vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“ erklärte der Reformator über die Wirkung der Musik. Das Singen war schon früh ein Markenzeichen der Lutherischen-und eine der schärfsten Waffen der Reformation. Luther selbst dichtete eingängige Strophen, die die Protestanten als Protestlieder schmetterten. Noch heute ist er der am stärksten vertretende Lieddichter im evangelischen Gesangbuch. Luthers hohe Wertschätzung dürfte nicht unwesentlich zur Musikkultur in Deutschland beigetragen haben.

Eigentlich war „Ein feste Burg ist unser Gott“ nicht als Reformationslied gedacht. Luther ordnete es der vorösterlichen Fastenzeit zu. Doch schon bald wurde es als Protestlied angestimmt.

Neben diesem Lied wird der Posaunenchor weitere Lieder von Martin Luther musizieren und mit seinen Texten und Melodien die Zuhörer durch das Kirchenjahr begleiten.

Zwischen den Liedern berichtet Sup. i.R. Wilhelm Thürnau in teils humorvoller, teils andächtiger Weise aus dem Schaffen und dem Leben Luthers.

An dem Festwochenende 27. und 28. Mai finden die zentralen Feierlichkeiten anläßlich der vor 500 Jahren stattgefundenen Reformation in Wittenberg statt. Für Menschen die diese Tage etwas ruhiger und entspannter begehen möchten und „zu Hause bleiben“ ist der Besuch des Konzertes eine gute Gelegenheit, um in der Gemeinschaft die Lieder zu singen oder aber Informationen über das Leben und Wirken des Reformators Martin Luther zu erfahren.

Nach dem Konzert gibt es noch die Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für den Matin Luther -Bund der Schaumburg-Lippischen Landeskirche gebeten.


 

Der Haussegen hängt schief!

Jeder kennt diese Redensart und ihre Bedeutung aber weniger die Hintergründe dazu. Wir wollen uns am 3. April in der Gruppe „mittendrin“ Haussegens-Sprüche in Bildern, gestickten Handarbeiten und geschnitzten Holzbalken etwas genauer anschauen, wir informieren uns über den Segen der Dreikönigssänger zum Jahresanfang sowie über die Mesusa im Judentum.

Im Mai wird Pastor Karsten Dorow noch einmal in unsere Gruppe kommen und mit uns über den Segen im Kindes- und Jugendalter sprechen. Die Kindersegnung Jesu (Mk 10) ist für uns Christen die Grundlage für die Taufe im Säuglings- oder frühen Kindesalter. Auf die Segnung zur Konfirmation bereiten sich die Heranwachsenden hingegen lange vor und nehmen sie sehr bewusst wahr. Wir informieren uns über ihre Bedeutung und Voraussetzungen in heutiger Zeit wie auch über die Jugendweihe, die aus der ehemaligen DDR zu uns gekommen ist.

Lena Kuhl

 


 

Mit Blick aufs Jahreskonzert

Drei Tage angefüllt mit mitreißender Musik erlebten der Posaunenchor Steinhuder Meer und die Jungbläsergruppen aus Steinhude und Bad Nenndorf vom 27. bis zum 29. am letzten Januarwochenende im Bergkirchener Pfarrhof.

Mögen Sie Dieter Bohlen oder doch lieber Giuseppe Verdi? Lieben Sie Spirituals, oder bevorzugen Sie Choralklänge? Niemand musste sich festlegen, denn aus unterschiedlichsten Stilrichtungen und Zeitepochen hatte Jörg Nickel, Leiter des Posaunenchores Steinhuder Meer, einen bunten Strauß an Musikstücken gebunden. Im Pfarrhof Bergkirchen fand, wie schon in den vergangenen Jahren, eine Bläserfreizeit zur Vorbereitung der Jahreskonzerte statt. Fast 40 Bläserinnen und Bläser übten dort gemeinsam die neuen Musikstücke ein. Unterstützung hatte Jörg Nickel sich mit dem Landesposaunenwart Henning Herzog ins Boot geholt. Dieser gab wie im vergangenen Jahr bei Gesamtproben wie auch im Einzelunterricht wertvolle Tipps und hat mit seinem einfühlsamen Dirigat alle motiviert. Auch Rubén Durá de Lamo, der inzwischen als gefragter Tubasolist im In- und Ausland tätig ist und dem Chor schon einige Jahre zur Seite steht, hatte sich dieses Wochenende wieder fest im Kalender notiert. Er erteilte viele Stunden Einzelunterricht und leitete die Übungen der Jungbläser an. Leonard Steuernagel, bewährtes Mitglied des Posaunenchores, brachte sein Können und seine Erfahrungen ebenfalls in die Jungbläserausbildung ein. Erstmalig dabei war auch Alessa Holzapfel, die als studierte Trompeterin Einzelunterricht erteilte und die Chorprobe gekonnt anleitete.


So erlebten alle Beteiligten abwechslungsreiche und fordernde Übungsstunden, die Jörg Nickel im Vorfeld gut strukturiert und ohne Leerlauf straff geplant hatte.

Vom 10-jährigen bis zum 89-jährigen Jungbläser, von wenigen Jahren Erfahrungen mit dem Blasinstrument bis zu Musikern mit über 60 Jahren Spielpraxis brachte der Chorleiter alle unter einen Hut und hielt die Zügel während der verschiedenen Proben fest im Griff. Unterbrochen wurden die Trainingsphasen nur von den lecker zubereiteten Mahlzeiten, die in Bergkirchen gereicht wurden und wie immer heiß begehrt waren. Interessante Informationen zur Instrumentenpflege und -wartung waren auch ins Tagesprogramm eingebaut.

Morgens wurden alle mit Posaunenklängen aus dem Treppenhaus geweckt und der Tag begann mit einer Morgenandacht, bei welcher alle Beteiligten auch ihre Stimmen in Schwung brachten. Am Abend spielten zum Tagesabschluss alle Gruppen gemeinsam einige neu erarbeitete Stücke und kamen dann zu einer Abendandacht zusammen, die Zeit zur Besinnung, zum Durchatmen und Kraft tanken bot. So waren anschließend auch alle wieder fit für den gemütlichen Teil der Freizeit.




Es wurde Tischtennis gespielt, geklönt und bei Gesellschaftsspielen gelacht und entspannt.

Optimistisch schaut der Posaunenchorleiter Jörg Nickel nun in die Zukunft. Viele Stücke klangen schon vielversprechend, um nicht zu sagen „triumphal“. Sicher muss noch an der Temposchraube gedreht und schwierige Stellen müssen intensiv geübt werden, doch bis zum ersten Konzert am 17.06.2017 bleiben ja auch noch viele Übungsabende, an denen alle die „Rohre zum Glühen bringen“ können.

Sabine Krauß